Vorstellung der Johanniterkommende Reiden

Die Johanniterkommende ist das Wahrzeichen von Reiden. Sie steht auf dem Kommendehügel. Dieser ist 39 Meter hoch. Im Dorf sprechen alle nur von der „Komändi“. WIKIPEDIA erklärt den Begriff Kommende so: „Kommende, Betonung auf der zweiten Silbe, kommt vom lateinischen „commendare = anvertrauen, empfehlen“.

Haupthaus
Die Kommende wurde bereits im 11.Jahrhundert erbaut. Um das Jahr 1280 übernahm der Johanniterorden den Sitz. Über Jahrhunderte pflegte der Orden die Gebote der Hospitalität und den Dienst an Fremden, Armen und Kranken.

Ablösung vom Kanton Luzern an die Kath. Kirchgemeinde Reiden
Kaiser Napoleon hob im Jahre 1807 die Klöster und die religiösen Orden in der Schweiz auf. So auch den Johanniterorden. Der gesamte Besitz samt der Pfarrkirche, welche im Innenhof stand, ging an den Kanton Luzern. Dieser kam seinen Verpflichtungen nur ungenügend nach. Am 10 Januar 1951 folgte die vertragliche Ablösung vom Kanton an die katholische Kirchgemeinde Reiden. Die Kirchgemeinde erhielt dafür 330 Tausend Franken als Ablösesumme. Damit wurde sie verpflichtet, für den baulichen Unterhalt zu sorgen.

Umfassende Renovation
In den Jahren 1987 bis 1989 wurde die Kommende umfassend renoviert. Der Kostenvoranschlag des Architekten betrug 2,8 Millionen Franken. Nach Abzug der verschiedenen Subventionen verblieb der Kirchgemeinde eine Restschuld von 1,2 Millionen Franken. Hierzu gibt es eine Festschrift. Diese ist kostenlos, und wurde haben noch sehr viele Exemplare. Wenn Sie 2 oder 3 Exemplare mitnehmen möchten: Gerne. Sie liegt im Johannitersaal bereit.

Das Nebengebäude
Das Nebengebäude wird als „Pfisterhaus“ bezeichnet. Wir kennen es als Kaplanei. Das Haus wurde erst 1813 gebaut. Wer den Auftrag dazu gab, konnte ich bis heute nicht in Erfahrung bringen. Früher stand an dieser Stelle ein kleines Holzhaus, vermutlich als Unterkunft für die Knechte. Nebenan waren die Gehe für Hühner und Schweine, so wie das Lager für Brennholz.
1978 wurde das Haus umfassend renoviert. Auch für diese Renovation wurden Kirchensteuern beansprucht. Seit vielen Jahren wird das Haus privat vermietet.

Obere Kirche
Ich habe es schon kurz erwähnt: Hier im Innenhof stand eine kleine Kirche. Sie wurde „Die obere Kirche“ genannt. Bis 1793 diente sie als Pfarrkirche – 1813 wurde sie abgebrochen. Zudem wurde im Kommendehof ein dicht belegtes Gräberfeld ausgegraben. In der Festschrift wurde darüber viel geschrieben.

Rebberg am Kommendehügel
Sicher haben Sie bei der Anreise den Rebberg gesehen. Dieser ist seit vielen Jahren an das WEINGUT BISANG, Dagmersellen, verpachtet. Aus den Trauben gib es einen feinen Rotwein: Zweigelt. Und einen ebenso feinen Weisswein: Sauvignon Blanc. Auf der Flaschenetikette steht „Johanniterkommende Reiden“.

Der Riese von Reiden
Dieses Thema interessiert immer wieder. Also gehe ich kurz darauf ein.
Unter einer umgestürzten Eiche beim Kommende-Hügel fand im Jahr 1577 jemand einen grossen Knochen. Dieser konnte offenbar keinem Tier zugeordnet. Der Basler Arzt Felix PLATTER hat den Knochen demzufolge einem Menschen zugeordnet. So entstand die Geschichte über den „Riese von Reiden“. Im Jahre 1799 erwies sich definitiv, dass der Knochen von einem Wollhaar-Mammut stammt. Herausgefunden hat dies der Medizin-Professor Johan Friedrich BUMENBACH aus Göttingen.

Das Original des Knochens wird heute im Natur-Museum Luzern aufbewahrt. Eine detailgetreue Nachbildung ist hier in einer gläsernen Vitrine ausgestellt. Nebenan ist die ganze Geschichte zu lesen.

Verfasser:  Markus Husner, Präsident Kath. Kirchgemeinde Reiden