Mühle Mehlsecken

Müller: Jakob Lütolfs Erben
Ertrag: 700 gl
Landbesitz: 26 Juchart
Besitzer: Stift Beromünster. Die Mühle ist Erblehen und ehrschätzig. Lehenzins:
5 Mütt Roggen, 3 Mütt Kernen, 2 gl für ein Schwein
Zur Geschichte: Kaiser Otto I. schenkt den Hof Mehlsecken mit der Mühle 965 ans Kloster Disentis; es ist Königsgut, das zum Hof Pfäffikon ZH gehört. Zu unbekannter Zeit vor 1045 wird das Stift Beromünster Besitzer Mehlseekens. Seit dem hohen Mittelalter war das Stift Beromünster Grundherr in Mehlsecken und damit auch Eigentümer der dazugehörigen Mühle. Betrieben wurde sie zuerst von Leibeigenen, später von Lehensleuten, die dem Stift einen Zins entrichteten. Dieser blieb jahrhundertelang unverändert bei 5 Mütt (ca. 535 Liter) Roggen, drei Mütt (ca. 320 Liter) Kernen (entspelzter Dinkel) und 2 Gulden resp. 1 Mühleschwein. Um 1700 war dieser Zins wohl nur ein halbes Prozent vom geschätzten Wert der Mühle. Die Müller durften die Mühle auch weiterverkaufen, mussten dem Stift aber eine Gebühr (Ehrschatz) bezahlen. 1650 erwarb der zuvor in Buchs tätige Müller Kaspar Lütolf die Mühle für 14500 Gulden plus 100 Gulden Trinkgeld. Lütolf war unter dem Spitznamen «Käch» bekannt, was unternehmungslustig bedeutet. 1665 kaufte er auch noch die Mühle Pfaffnau für einen seiner Söhne. Die Familie Lütolf blieb 200 Jahre lang im Besitz der Mühle Mehlsecken. Um 1800 war die Mühle in schlechtem baulichem Zustand, dafür liessen die Gebrüder Lütolf ein mächtiges Wohnhaus erstellen. 1849 erwarb der Schwiegersohn und Bäckermeister Josef Arnold die Mühle-Liegenschaft an einer Steigerung und verkaufte sie schon im folgenden Jahr mit hohem Profit an den Schweinehändler Josef Bucher aus Schötz weiter. Der Verkauf machte Arnold, der in Langnau die Ämter des Gemeindeammans und -präsidenten innehatte, zum weitaus reichsten Langnauer.
Josef Bucher liess 1858 das aus Holz erbaute Mühlengebäude abbrechen und ersetzte es durch einen Steinbau. 1886-1890 war die Mühle dem eidgenössischen
Fabrikregister unterstellt, weil sie mehr als zwei Arbeiter (ohne Familienmitglieder) beschäftigte. Doch 1890 musste Hermann Bucher den Getreidehandel aufgeben und
Arbeiter entlassen. 1899 verkaufte er die Liegenschaft an Theodor Häfliger von Zofingen. Dieser liess die Mühle in der Folge zu einer Webfabrik umbauen. Text: Max Huber

Ceres ist die römische Göttin der Landwirtschaft, des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit. Ein mit Ochsen pflügender Bauer. Im Hintergrund Ernte und Transport des Getreide zur Mühle.Ceres ist die römische Göttin der Landwirtschaft, des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit. Ein mit Ochsen pflügender Bauer. Im Hintergrund Ernte und Transport des Getreide zur Mühle.
Mühle Mehlsecken um 1913 Familie Hans Zürcher WaisenvogtMühle Mehlsecken um 1913. Familie Hans Zürcher Waisenvogt

2015 Mühlehof Mehlsecken
Mühlehof Melsecken 2015