Mühle Unterwasser

Müller: Leutnant Ludi Elmiger
Ertrag: 742 gl
Landbesitz: 33 Juchart
Besitzer: vermutlich der Müller
Zur Geschichte: Im 13. Jh. wird eine Mühle erwähnt. Um 1695 ist Unterwasser die bedeutendste Landmühle im Staat Luzem. Um so erstaunlicher ist, wie spät die Überlieferung einsetzt. Eine alte Verbindung zur Kommende Reiden, die übrigens keine Mühlen besitzt, ist zwar nicht belegt, muss aber immerhin erwogen werden; sehr unwahrscheinlich ist jedenfalls, dass diese Talmühle ehemals frei war.

Alexander Elmiger, ein reicher Reider Bauer, war 1631 Eigentümer einer Stampfmühle und lieh sich 400 Gulden beim Luzerner Patrizier Heinrich Fleckenstein, vermutlich im Hinblick auf den Kauf und Neubau der Mühle mit drei Wasserrädern. Die Mühle ist bis um 1650 mit sechs Wasserrädern zu drei Mahlgängen sowie zu Stampf- und Reibmühle ausgerüstet. Müller Alexander Elmiger läßt den alten Bau einreissen und einen neuen errichten, übrigens den heute noch existierenden Stein-/Riegelbau, der Müllerei und Wohnhaus umfasste.Dabei schlich sich eine Fehlrechnung ein. lm Neubau war bloss Platz für drei Wasserräder. Deshalb war man genötigt, sämtliche Werke an die drei anzuhängen. Am 7. März 1649 starb Alexander Elmiger in Luzern. Seine Witwe Eva Küng nahm kurz darauf erneut Geld auf – wieder erwarb der Schultheiss Fleckenstein die Gült für 1200 Gulden und sicherte sich damit einen Jahreszins von 60 Gulden. Die Müllerin Küng bot 1650 die Rekordsumme von 14500 Gulden für die Mühle Mehlsecken. Der Rat (Regierung) von Luzern gestattete ihr den Kauf aber nicht, wahrscheinlich wollte er eine Zusammenballung der beiden Grossmühlen in einer Hand verhindern.
Alexander Elmigers Sohn oder Enkel Ludwig Elmiger versteuerte um 1695 ein Vermögen von 14840 Gulden. Wie schon Alexander bekleidete Ludwig Elmiger das Amt eines Untervogts und war damit Vorsitzender des Twinggerichts von Reiden. Neben der Mühle besass er noch einen Bauernbetrieb mit 33 Jucharten (10 Hektar) Land und war der mit Abstand reichste Mann im Wiggertal. Im Amt Willisau wurde er allerdings noch durch den Müller von Briseck übetroffen, der sogar 23000 Gulden versteuerte. (Zum Vergleich: der oben erwähnte Schultheiss Fleckenstein galt mit einem Vermögen von gut 180'000 Gulden als einer der reichsten Eidgenossen seiner Zeit.)
Noch im 18. Jahrhundert kam die Mühle in den Besitz der Familie Häfliger. Von 1840 bis 1853 kaufte der Grossrat Anton Häfliger seine Geschwister sukzessive aus und leitete den Müllereibetrieb allein. 1851 verzichtete er deshalb auf das Amt des Gerichtspräsidenten. Nach seinem Tod wurde die Liegenschaft versteigert. Den Zuschlag erhielten am 10. Februar 1863 die Gebrüder Theodor und Adolf Lang aus Oftringen. Sie waren vor allem an der Wasserkraft interessiert, liquidierten den Mühlebetrieb und ersetzten ihn durch eine Baumwollspinnerei. Text: Max Huber

Unterwasser Mühle um 1907Unterwasser Mühle um 1907Unterwasser Mühle 1915 J. WyssUnterwasser Mühle 1915 J. Wyss

Unterwasser Mühle 2016Unterwasser Mühle 2016


Öltrotte Unterwasser

Müller:  Niklaus Aecherli
Ertrag:  
Landbesitz:  
Besitzer: Niklaus Aecherli
Zur Geschichte: Bewilligung 1726. 1726 schlug der Schlossvogt von Wikon den Räten vor, die Öltrotte Reiden möglichst nahe an die Berner Grenze zu stellen, damit auch Kunden von drüben kämen.

 Öltrotte UnterwasserÖltrotte Unterwasser

Die Ölmüller produzieren in ihrer Ölmühle Speiseöle aus Pflanzen. Dafür kommen als Pflanzenteile Samen und Früchte, selten auch Wurzelknollen, in Frage. Bevor sie in die Mühle gelangen, müssen sie zerquetscht oder zerstampft worden sein. Später wurde in die Aecherli Mühle integriert.


Aecherli Mühle Mühlematt 

Müller: Niklaus Aecherli
Ertrag:  
Landbesitz:  
Besitzer: Niklaus Aecherli
Zur Geschichte:  

 Aecherli Mühle Mühlematt Aecherli Mühle Mühlematt

Anfangs der 80er Jahre fing Josef Aecherli in Reiden an mit landwirtschaftlichen Maschinen zu handeln. Der Handel entwickelte sich von Jahr zu Jahr. Es ergab sich die Notwendigkeit, diese Maschinen selber reparieren zu können, denn in jener Zeit war es nicht leicht jemanden zu finden, der sich darauf verstand. Vater Aecherli richtete deshalb in der Spreuerkammer seiner Mühle im Unterwasser eine kleine Reparaturwerkstätte ein. Seine heranwachsenden Söhne, die schon frühzeitig mithelfen mussten, begnügten sich aber bald nicht mehr damit, nur Maschinen zu reparieren, sondern fingen an, nach eigenen Ideen neue zu bauen.