Zollkarte von 1825
Vor 200 Jahren sah die Situation ganz anders aus. Das zeigt der Blick auf die Zollkarte der Schweiz von 1825. Jedes von uns rot eingefärbte Z markiert eine Zollstation. Die vielen Zölle und Abgaben hemmten zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Handel innerhalb und durch die Schweiz. Es gab deshalb Stimmen, die das Zollwesen vereinheitlichen und die Binnenzölle abschaffen wollten. Eine dieser Stimmen war der eidgenössische Zollrevisor Johann Caspar Zellweger (1768–1855) aus Trogen AR. Um die Diskussion auf eine sachliche Grundlage zu stellen, gab er 1825 dem Zürcher Kartografen Heinrich Keller (1778–1862) den Auftrag, die erste gesamtschweizerische Zollkarte zu zeichnen. Diese musste auf Tuch aufziehbar und leicht transportierbar sein.Zudem sollten darauf alle Strassen und Zollstätten eingezeichnet sein, wie auch die Flüsse, Seen und jene Bäche, über die eine Brücke führte. Besonders steile Strassen galt es zu kennzeichnen. Denn hier brauchten die Fuhrmänner für ihre Pferdewagen einen «Vorspann ». Das sind zusätzliche Pferde, um das beschwerliche Wegstück zu meistern. Für seine Arbeit an der Zollkarte erhielt Keller ein Honorar von 108 Schweizer Franken. Von den zwei handgezeichneten Originalen wird eines heute im Berner Staatsarchiv, das andere im Bundesarchiv verwahrt. Mit der Gründung der modernenSchweiz 1848 wares politisch möglich,das Zollwesen zu zentralisieren und die Binnenzölle aufzuheben. Seither ist der freie Warenverkehr in der Schweiz Realität und heute eine Selbstverständlichkeit.